Jede im Krankenhaus 48 Stunden nach Aufnahme erworbene Pneumonie und alle in den ersten Tagen bis zu 4 Wochen nach Krankenhausentlassung erworbenen Infektionen werden als nosokomiale Pneumonie bezeichnet. Die geschätzte Inzidenz der nosokomialen Pneumonie beträgt 5 bis 15 Erkrankungen pro 1.000 Krankenhauspatienten, und die Infektion betrifft 18% der postoperativen Patienten.
Das kumulative Risiko für die Entwicklung einer nosokomialen Pneumonie steigt mit jedem Behandlungs- bzw. Beatmungstag. Die Pneumonie ist die nosokomiale Infektion mit der höchsten Letalität. Von den Intensivpatienten mit nosokomialer Pneumonie sterben 20–70%, bei einer durch Pseudomonas aeruginosa oder Acinetobacter verursachten Pneumonie sterben sogar 50–70%. Der stationäre Aufenthalt verlängert sich um zwei bis neun Tage. Das zu erwartende Erregerspektrum beinhaltet unter anderem Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa und ist somit unterschiedlich zur Community Acquired Pneumonia (CAP).
Nach Schätzungen handelt es sich bei 15–35% aller nosokomialen Infektionen um Pneumonien. Betrachtet man jedoch nosokomiale Infektionen mit schwerem Verlauf, so liegen in mehr als 60% der Fälle Pneumonien zugrunde.
Die Pneumonie ist auch die häufigste nosokomiale Infektion auf der Intensivstation (47%, EPIC-Studie – European Prevalence of Infection in Intensive Care Units).
