Die einzige Therapie mit Aussicht auf Langzeitüberleben ist die chirurgische Sanierung des Tumors im lokalisierten Stadium. Im Metastasenstadium haben sich nun erstmals, nach Jahren der therapeutischen Stagnation, neue Medikamente als sehr wirksam erwiesen. Die Zukunft liegt nun in der Erforschung potentieller Synergismen innerhalb dieser Substanzgruppen, denn das wahre Potential dieser Therapeutika wird voraussichtlich in der Kombination liegen. Immuntherapie hat bei einer sehr ausgesuchten Patientengruppe mit spezifischem immunhistochemischem Profil ähnliches Potential, sollte aber heute nur mehr in speziell dafür designten Studien nicht mehr generell für jeden Patienten zur Anwendung kommen. Basierend auf den Ergebnissen von Phase III Studien ist nun folgender Therapiealgorithmus zu empfehlen:
mRCC-Therapiealgorithmus 2008
| Therapielinie | Erste Wahl | Option |
| Erstlinie Good/interm risk Poor Risk |
Sunitinib oder Bevacizumabv+IFNα |
Hoch-Dosis-IL-2 hochselektives Patientengut, nur Studie! |
| Temsirolimus | Sunitinib | |
| Zweitlinie Zytokin-Versagen VEGF-Versagen |
Sorafenib | Sunitinib |
| Everolimus | Klinische Studie |
Auch nicht unterschätzt werden darf der potentielle Benefit einer Metastasenchirurgie in ausgewählten Fällen. Abgesehen von der Verlängerung des Überlebens durch solche Eingriffe bei einer ausgesuchten Patientengruppe, ist die Erhaltung der Integrität eines Organs/Organsystems oft besser chirurgisch als medikamentös zu erzielen. Dies erfordert ein enges interdisziplinäres Vorgehen und eine dahingehend ausführliche Aufklärung des Patienten über den zu erwartenden Benefit.
