Inzidenz (Österreich), Prognose, Symptome

In Österreich kommt das Nierenzellkarzinom in einer Häufigkeit von 8/100.000 Einwohner vor. Die Mortalität liegt bei 4,4/100.000. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und der Altersgipfel liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.

Das 5-Jahres-Überleben ist sehr stark von Tumorgröße und Infiltration benachbarter Strukturen abhängig (Tabelle 1). Abgesehen von dieser tumorspezifischen Einteilung unterscheidet man im Stadium der Metastasierung weitere Prognosegruppen nach Motzer-Kriterien (Tabelle 2), deren medianes Überleben je nach Zahl der Risikopunkte zwischen 4 und 20 Monaten liegt.

Die klassische Trias Flankenschmerzen, Hämaturie und palpable Tumormasse ist heute seltener als früher die zur Diagnose führende Symptomatik. Bei ungefähr der Hälfte der Patienten wird das Nierenzellkarzinom zufällig im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Unspezifische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtsverlust und Anämie.

Tabelle 1: Stadieneinteilung Nierenzellkarzinom

Stadium   5-Jahres-Überleben
I

Tumor ≤7cm, auf Niere beschränkt

95%
II

Tumor >7cm, auf Niere beschränkt

88%
III

Tumor infiltriert Venen, Nebenniere, Gerota Faszie oder 1 regionärer Lymphknoten befallen

59%
IV Tumor wächst über Gerota Faszie hinaus, mehr als 1 regionärer Lymphknoten befallen 20%

 
Tabelle 2: Risiko-Gruppen nach Motzer im Stadium der Metastasierung

Risikokriterium

Intervall Primärtumor bis Therapie für Metastasierung

 

schlechter PFS

 

niedriges Hämoglobin (<unterer Normwert)

 

hohes korrigiertes Kalzium (>10mg/dl)

 

hohe LDH (>1.5x oberer Normwert)

Risikopunkte:

medianes Überleben

0

20 Monate

1 oder 2

10 Monate

3 oder mehr 4 Monate
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